 Isabella Laböck; (c) FIS, O.Kraus Das letzte Rennen eines langen Winters stand zudem ganz im Zeichen zweier Weltcup-Titel-Entscheidungen. Im Duell zwischen Nicolien Sauerbreij (NED) und Doris Günther ging es um die Kristallkugel bei den Raceboardern. Vor dem Rennen hatte die Holländerin mit 490 Punkten vor der Österreicherin gelegen. Nachdem die Olympiasiegerin, die zudem Vierte hätte werden müssen, um Maelle Ricker (CAN) noch vom ersten Platz im Gesamt Weltcup-Ranking zu verdrängen, dann im Viertelfinale mit nur 6 Hundertstel das Nachsehen gegen die spätere Siegerin hatte, lag das Heft in der Hand von Günther. Allerdings musste diese gewinnen, um die kleine sowie die große Kristallkugel einzufahren.
Am Ende scheiterte die 31-Jährige dann aber im Finale, so dass Sauerbreij (5.200) bei den alpinen Boardern mit nur 90 Punkten Vorsprung triumphieren konnte. „Es war sehr spannend und wirklich knapp. Und ich muss sagen, dass auch Doris den Sieg verdient hätte. Denn es war sehr ausgeglichen zwischen uns. Es war eine schöne Saison“, so Sauerbreij, die nach 2008 zum zweiten Mal die Kristallkugel mit nach Hause nehmen konnte.
Günther wurde mit 5.110 Punkten – wie schon im letzten Jahr – Zweite. Dementsprechend enttäuscht präsentierte sich die Olympia-Neunte von Vancouver. „Ich habe gewusst, dass ich gewinnen muss, um den Titel zu holen. Ich war locker genug und habe Vollgas gegeben. Wenn man dann so knapp scheitert, ist man schon enttäuscht. Mit der Saison kann ich nicht zufrieden sein, denn ich habe zu viele Punkte im Januar liegen gelassen. Da ist man schon enttäuscht. Zum Glück waren die letzten drei Rennen super. Darauf kann ich aufbauen“, so Günther. Fränzi Mägert-Kohli (SUI, 4.090) rundete das abschließende Weltcup-Podium ab.
Ricker holt erstmals Gesamt Weltcup
Die Niederlage im Finale war zudem doppelt bitter, da Günther nur mit einem Sieg ihren Gesamt Weltcup-Titel aus dem Vorjahr hätte verteidigen können. Der ging dafür erstmals an die Kanadierin Maelle Ricker (5.290), die die entscheidenden Punkte letztlich durch ihren gestrigen einzigen Halfpipe-Auftritt in der Saison gesichert hatte. Doch bevor die 31-Jährige feiern konnte, musste die Snowboard Cross Weltcup-Titelträgerin lange zittern.
„Das war mit Ausnahme des Olympischen Männerfinales der spannendste PGS, den ich je gesehen habe. Das war so aufregend. Ich habe schon geahnt, dass es so knapp werden würde. Es ist schön, den Titel gewonnen zu haben, aber es war wirklich sehr hart, nicht mehr eingreifen zu können. Es ist ein schönes Ende der Saison“, sagte die Snowboard Cross Olympiasiegerin von 2010.
Bei den Männern sicherte sich Benjamin Karl (AUT, 7.050) den Gesamt Weltcup-Titel vor Pierre Vaultier (FRA, 5.800) und Andreas Prommegger (5.410). Der 24-Jährige feierte nach 2008 zudem das zweite Double. Denn auch im Parallel Weltcup stand der Österreicher am Ende vor seinem Teamkollegen Andreas Prommegger und Jasey Jay Anderson (5.250).
Perfektes Karriereende für Anderson
Der Kanadier feierte zudem ein perfektes Ende seiner Laufbahn als Aktiver. „The Canadian Rocket“ fuhr im letzten Rennen seiner vierzehnjährigen Weltcup-Karriere den 27. Sieg ein. Insgesamt stand der 34-Jährige, der vier Mal Weltmeister wurde (2001, 2x 2005, 2009), in 209 Weltcup-Starts 61 Mal auf dem Podium. Eine beeindruckende Bilanz, die durch zwei Snowboard Cross- und vier Gesamt Weltcup-Titel gekrönt wird.
Kein Wunder also, dass der Vater zweier Töchter freudenstrahlend im Ziel verkündete: „Das war’s. Ich bin durch. Ich kann kaum glauben, dass ich gewonnen habe. Ich habe gehofft, so abzutreten, aber dass Matthew noch einen Fehler macht, das ist unglaublich“, so Anderson, der von einem Fahrfehler seines Teamkollegen Morison im zweiten Finalrun profitierte und damit die Penaltyzeit von 1.49 Sekunden noch gut machen konnte.
Zudem ließ es sich der Vorzeigeathlet nicht nehmen, nach der Siegerehrung für das heutige Rennen eine kurze Ansprache zu halten. „Es war eine großartige Zeit und ich danke allen, die mich dabei begleitet haben. Ich werde euch vermissen.“
Neben Anderson haben ebenfalls Daniel Biveson (SWE), Christopher Klug (USA) sowie Joh Shaw (AUS) und die Finnin Ilona Ruotsalainen ihre Karriere beendet. Mathieu Bozzetto hat angekündigt, zumindest im Parallel Riesenslalom nicht mehr anzutreten. Starts in den Parallel Slaloms der kommenden Saison zieht der Olympiadritte aus Frankreich aber weiterhin noch in Erwägung.
|